[divalent gestrebt, unendlich)

Und wo es sonst so hinführt.

»Ach, was ich weiß, kann jeder wissen - mein Herz habe ich allein.« - Die Leiden des jungen Werther - Am 9. Mai 1772

Impression. Impression. Impression.

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Mit jedem Tag kein Unterschied. Ein Glas mehr. Ein Wein mehr. Eine Kerze spinnt ihr Zünglein, verrückt in absoluter Stille. Anders war es nie. Die Logik stagniert an der Wesentlichkeit des Herzens, ach, Du Eigensinn, willst Du Dich nicht ergeben?
Wir stolpern nebeneinander her wie Blinde in einem Labyrinth aus Bruchglas. Manchmal finden wir, um uns dann wieder zu verirren, jede auf ihrem Weg. Jede in ihrer eigenen absoluten Stille. Du, ich höre Dich und Du, ich sehe ich Dich, und vielmehr Du, ich fühle Dich. Die Worte gewoben zu einer feinmaschigen Decke, die Dich begleitet, Dich umgibt und nicht mehr loslässt. Deine Hand in meiner, der Geruch stehengelassener Weingläser, weil sie zu langsam für uns waren. Danach ein Augenblick, übrig entzückt die Reflektion im Glas.

Ein Satz und mehr, ein Wort und mehr, die Frage stolziert auf den Chiffren jener Unachtsamkeit, die wir zwischen uns ließen. Gib Dich zu erkennen, jäher Sinn. Ein Beil um zu fällen, fallen wir mit jedem Satz ein bisschen mehr. Du, Du bist mir alles, weil Du mir nichts sein willst, und ich, ich bin nur zündelnde Flämmchen einer Kerze in einem längstvergessenen Kerzenshalter, ganz unten irgendwo im Kellergewölbe Deines kopfverstrickten Herzapparats. Manchmal verirrst Du Dich hierher, wo sich keine hinverirrt und Dir ein wenig Licht zu schenken, mache ich mich dann ganz groß, viel größer, als ich eigentlich bin, viel größer, als ich vielleicht je sein wollte, hätte ich nicht vorsätzlich so verdrängt, was heute doch so wenig wichtig ist.

vom 14. April 2017

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Wo niemand ist, bin ich daheim

Nicht minder, will ich sagen,
ein Schauspiel zaudernder Vergessenheit —-
Du – der Herzschlag meiner Zeilen,
gilt Dir, denn: wo sich Meer zur Sonne neigt,
ist nichts verschwiegen,
ist alles vergeben,
des Worts geliebte Sinfonie,
die sich in zager Kosung reiht.

Und dort;

Lass mich nicht zeigen,
was jeder zeigt,
und doch nicht sieht.

Lass mich nicht sagen,
was jeder sagt
und doch nicht meint.

Lass mich nicht bleiben,
wo jeder bleibt,
und doch nie ist.

Lass mich sehen:
was niemand sieht
will ich erkennen.

Lass mich hören:
was niemand hört
will ich verstehen.

Lass mich sein:
wo niemand ist
bin ich daheim.

vom 5. März 2017

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Someday

Falling, it comes and it goes like another wave
Someday, I’ll look up at you like a price to pay
Maybe, I’ll forget all that you have thrown away

Someday, someday, someday…
Someday

Oh, why, when you fade I fade away with you
Oh, why, should I be gone away with you
Maybe, I will forget it all like you

Someday, someday, someday…
Someday

» Veorra – Someday


Someday

Du, weißt du...

Du, weißt du, wie ein Rabe schreit?
Und wie die Nacht, erschrocken bleich,
nicht weiß, wohin zu fliehn?
Wie sie verängstigt nicht mehr weiß:
Ist es ihr Reich, ist es nicht ihr Reich,
gehört sie dem Wind oder er ihr,
und sind die Wölfe mit ihrer Gier
nicht zum Zerreißen bereit?

Du, weißt du, wie der Wind schrill heult
und wie der Wald, erschrocken bleich,
nicht weiß, wohin zu fliehn?
Wie er verängstigt nicht mehr weiß:
Ist es sein Reich, ist es nicht sein Reich,
gehört er dem Regen oder der Nacht
und ist der Tod, der schauerlich lacht,
nicht sein allerhöchster Herr?

Du, weißt du, wie der Regen weint?
Und wie ich geh’, erschrocken bleich,
und nicht weiß, wohin zu fliehn?
Wie ich verängstigt nicht mehr weiß:
Ist es mein Reich, ist es nicht mein Reich,
gehört die Nacht mir, oder ich, gehör’ ich ihr,
und ist mein Mund, so blass und wirr,
nicht der, der wirklich weint?

» S. Meerbaum-Eisinger

vom 9. März 2016

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Dein Lächeln

Nur ist das Meer ein Mensch, bin ich ein Meer in diesen Momenten.

Das Meer atmet einen entrückten Sinus, gleichmäßig, doch mit Aussetzern schlägt es auf und ab. Ordentlich und ein wenig lichtverspielt an der Oberfläche spiegelt es was es sieht, undurchsichtig eigensinnig wird es darunter. Dort, wo wir es nicht sehen.
An ihm steht das Chaos, ein ebenso gleichmäßiger Herzschlag mit Aussetzern, und Du – Du stehst still lächelnd schön da mit Deinen Grübchen, die Wellen schlagen, ganz so, als hätte man einen Stein ins Meer geworfen: nur ist das Meer ein Mensch, bin ich ein Meer in diesen Momenten – eines, das Dein Lächeln auffängt und es spiegelt, weil auch ich dann lächeln muss, und es verschlingt und bewahrt, dort, wo Du es nicht siehst. Das ist ein wenig traurig, weil es doch Deines ist und ein wenig schön, weil es dann zu meinem wird.

Es ist wie mit dem Abdruck unserer Fußspuren im Sand: wir setzen sie, das Meer nimmt sie und lässt manchmal im Austausch etwas da, eine Muschel vielleicht. Für uns sind die Fußspuren dann nicht mehr, der Sand geglättet, ganz so als wären wir nie dagewesen. Das ist die Vergänglichkeit des Offensichtlichen. Doch sie ist nur eine Illusion. Denn das Offensichtliche wird nur fortgetragen aus unserem Sichtfeld, fort auf eine Reise durch die Tiefe, die uns einst gebar. Die Abdrücke unserer Spuren, so wie Du neben mir liefst, vor oder hinter mir, sind dann Teil einer Welt, die das Auge nicht mehr erkennt, doch als kleine Wirbel setzen wir unsere Reise fort in eine andere Ebene der Wahrnehmung, die nicht viel mehr als Fantasie und Gefühl, doch damit wahrscheinlich schon alles ist.

Ganz ähnlich ist das mit Deinem Lächeln.

vom 1. Januar 2016

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Für immer wär: vielleicht

Stunden kommen, Stunden gehen,
Stunden zum Beschreiben schön.
Was schreib ich?
Ich weiß nicht.

Hinter den Türen liegt ein Meer,
hinter den Augen verlangt’s nach Dir.
Komm, zeig Dich!
Beeil Dich!

Lass Dich in die Welt reinheben,
die Hände still im Augenblick.
Gibt es nur das eine Leben?
zeichnet vor und ein zurück.

Zeit.
Für immer kann’s nicht sein.
Für immer wär vielleicht
auch viel zu viel Zeit.

» Selig – Zeit


Für immer wär: vielleicht

C'est alors qu'apparut le renard.

– Bonjour, dit le renard.
– Bonjour, répondit poliment le petit prince, qui se retourna mais ne vit rien.
– Je suis là, dit la voix, sous le pommier…
– Qui es-tu? dit le petit prince. Tu es bien joli…
– Je suis un renard, dit le renard.
– Viens jouer avec moi, lui proposa le petit prince. Je suis tellement triste…
– Je ne puis pas jouer avec toi, dit le renard. Je ne suis pas apprivoisé.
– Ah! pardon, fit le petit prince.

Mais après réflexion, il ajouta:
– Qu’est-ce que signifie “apprivoiser”?
– Les hommes, dit le renard, ont des fusils et ils chassent. C’est bien gênant! Ils élèvent aussi des poules. C’est leur seul intérêt. Tu cherches des poules?
– Non, dit le petit prince. Je cherche des amis. Qu’est-ce que signifie “apprivoiser”?
– C’est une chose trop oubliée, dit le renard. Ça signifie “créer des liens…”.
– Créer des liens?
– Bien sûr, dit le renard. Tu n’es encore pour moi qu’un petit garçon tout semblable à cent mille petits garçons. Et je n’ai pas besoin de toi. Et tu n’as pas besoin de moi non plus. Je ne suis pour toi qu’un renard semblable à cent mille renards. Mais, si tu m’apprivoises, nous aurons besoin l’un de l’autre. Tu seras pour moi unique au monde. Je serai pour toi unique au monde…

» Antoine de Saint-Exupéry, Le Petit Prince

Tu seras pour moi unique au monde. Je serai pour toi unique au monde...