[divalent gestrebt, unendlich)

Und wo es sonst so hinführt.

On ne voit bien qu'avec le cœur.

Impression. Impression. Impression.

Someday

Falling, it comes and it goes like another wave
Someday, I’ll look up at you like a price to pay
Maybe, I’ll forget all that you have thrown away

Someday, someday, someday…
Someday

Oh, why, when you fade I fade away with you
Oh, why, should I be gone away with you
Maybe, I will forget it all like you

Someday, someday, someday…
Someday

» Veorra – Someday


Someday

Du, weißt du...

Du, weißt du, wie ein Rabe schreit?
Und wie die Nacht, erschrocken bleich,
nicht weiß, wohin zu fliehn?
Wie sie verängstigt nicht mehr weiß:
Ist es ihr Reich, ist es nicht ihr Reich,
gehört sie dem Wind oder er ihr,
und sind die Wölfe mit ihrer Gier
nicht zum Zerreißen bereit?

Du, weißt du, wie der Wind schrill heult
und wie der Wald, erschrocken bleich,
nicht weiß, wohin zu fliehn?
Wie er verängstigt nicht mehr weiß:
Ist es sein Reich, ist es nicht sein Reich,
gehört er dem Regen oder der Nacht
und ist der Tod, der schauerlich lacht,
nicht sein allerhöchster Herr?

Du, weißt du, wie der Regen weint?
Und wie ich geh’, erschrocken bleich,
und nicht weiß, wohin zu fliehn?
Wie ich verängstigt nicht mehr weiß:
Ist es mein Reich, ist es nicht mein Reich,
gehört die Nacht mir, oder ich, gehör’ ich ihr,
und ist mein Mund, so blass und wirr,
nicht der, der wirklich weint?

» S. Meerbaum-Eisinger

vom 9. März 2016

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Dein Lächeln

Nur ist das Meer ein Mensch, bin ich ein Meer in diesen Momenten.

Das Meer atmet einen entrückten Sinus, gleichmäßig, doch mit Aussetzern schlägt es auf und ab. Ordentlich und ein wenig lichtverspielt an der Oberfläche spiegelt es was es sieht, undurchsichtig eigensinnig wird es darunter. Dort, wo wir es nicht sehen.
An ihm steht das Chaos, ein ebenso gleichmäßiger Herzschlag mit Aussetzern, und Du – Du stehst still lächelnd schön da mit Deinen Grübchen, die Wellen schlagen, ganz so, als hätte man einen Stein ins Meer geworfen: nur ist das Meer ein Mensch, bin ich ein Meer in diesen Momenten – eines, das Dein Lächeln auffängt und es spiegelt, weil auch ich dann lächeln muss, und es verschlingt und bewahrt, dort, wo Du es nicht siehst. Das ist ein wenig traurig, weil es doch Deines ist und ein wenig schön, weil es dann zu meinem wird.

Es ist wie mit dem Abdruck unserer Fußspuren im Sand: wir setzen sie, das Meer nimmt sie und lässt manchmal im Austausch etwas da, eine Muschel vielleicht. Für uns sind die Fußspuren dann nicht mehr, der Sand geglättet, ganz so als wären wir nie dagewesen. Das ist die Vergänglichkeit des Offensichtlichen. Doch sie ist nur eine Illusion. Denn das Offensichtliche wird nur fortgetragen aus unserem Sichtfeld, fort auf eine Reise durch die Tiefe, die uns einst gebar. Die Abdrücke unserer Spuren, so wie Du neben mir liefst, vor oder hinter mir, sind dann Teil einer Welt, die das Auge nicht mehr erkennt, doch als kleine Wirbel setzen wir unsere Reise fort in eine andere Ebene der Wahrnehmung, die nicht viel mehr als Fantasie und Gefühl, doch damit wahrscheinlich schon alles ist.

Ganz ähnlich ist das mit Deinem Lächeln.

vom 1. Januar 2016

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Für immer wär: vielleicht

Stunden kommen, Stunden gehen,
Stunden zum Beschreiben schön.
Was schreib ich?
Ich weiß nicht.

Hinter den Türen liegt ein Meer,
hinter den Augen verlangt’s nach Dir.
Komm, zeig Dich!
Beeil Dich!

Lass Dich in die Welt reinheben,
die Hände still im Augenblick.
Gibt es nur das eine Leben?
zeichnet vor und ein zurück.

Zeit.
Für immer kann’s nicht sein.
Für immer wär vielleicht
auch viel zu viel Zeit.

» Selig – Zeit


Für immer wär: vielleicht

C'est alors qu'apparut le renard.

– Bonjour, dit le renard.
– Bonjour, répondit poliment le petit prince, qui se retourna mais ne vit rien.
– Je suis là, dit la voix, sous le pommier…
– Qui es-tu? dit le petit prince. Tu es bien joli…
– Je suis un renard, dit le renard.
– Viens jouer avec moi, lui proposa le petit prince. Je suis tellement triste…
– Je ne puis pas jouer avec toi, dit le renard. Je ne suis pas apprivoisé.
– Ah! pardon, fit le petit prince.

Mais après réflexion, il ajouta:
– Qu’est-ce que signifie “apprivoiser”?
– Les hommes, dit le renard, ont des fusils et ils chassent. C’est bien gênant! Ils élèvent aussi des poules. C’est leur seul intérêt. Tu cherches des poules?
– Non, dit le petit prince. Je cherche des amis. Qu’est-ce que signifie “apprivoiser”?
– C’est une chose trop oubliée, dit le renard. Ça signifie “créer des liens…”.
– Créer des liens?
– Bien sûr, dit le renard. Tu n’es encore pour moi qu’un petit garçon tout semblable à cent mille petits garçons. Et je n’ai pas besoin de toi. Et tu n’as pas besoin de moi non plus. Je ne suis pour toi qu’un renard semblable à cent mille renards. Mais, si tu m’apprivoises, nous aurons besoin l’un de l’autre. Tu seras pour moi unique au monde. Je serai pour toi unique au monde…

» Antoine de Saint-Exupéry, Le Petit Prince

Tu seras pour moi unique au monde. Je serai pour toi unique au monde...

Regellos

Wir suchen nicht nach den Regeln, denn die Regel, das sind wir.

3:43 im Morgen und der Kopf fällt über an bedeutungsloser Nacht, in deren Kronen die Spatzen schon aufgeregt den Morgen betuscheln. Ich schließe die Augen vor den Fragen einer Ahnungslosen:
Sind wir? Waren wir? Können wir? Gehst Du? Kommst Du? Oder anders: Gehe ich mit?

Ich möchte in ein hochgewachsenes Feld stürmen, ohne eingetrampelte Pfade, ohne Wege, dort, wo keine andere war. Dorthin, wo nur die Intuition der Richter ist und keine Gesetze gelten, die wir nicht selbst beschrieben. Dorthin, wo das Glück uns aus dem Herzen, aus den Augen direkt auf die Haut perlt. Dorthin.

Du weißt, das ist unmöglich. Und ich weiß: Man muss es nur anders denken. Lass uns die ausgetrampelten Pfade wieder begrünen, lass uns quer über Wege neue Wurzeln setzen. Mit meiner kleinen Gießkanne in der Hand lass mich da stehen und die kahlen Stellen begießen, denn kleine Blumen sollen auf ihnen wachsen; weißt Du, die, die ich so gern mag, wild und entschlossen dem Licht zugetan. Und dann, wenn die Zeit es uns geschuldet hat, lass uns irgendwann wieder hierher zurückkehren und nachsehen, was daraus wurde.

Bis dahin, ja bis dahin werde ich Dich halten, irgendwie. Ich werde Deinen süßen Kopf in meinen Händen stützen, wenn er Dir zu schwer wird, ich werde Dein Haar zurückstreifen, wenn es Dir die Sicht nimmt und ich werde Dir einen Kuss auf die Stirn hauchen, wenn die Liebe Dich verlässt. Es gibt keinen ‘best case’, keinen ‘worst case’. Es gibt eine Variante, und die gehört uns. Wir müssen nicht zerdenken, was nicht zu zerdenken ist; es reicht ja wirklich, wenn wir sie einfach leben.

vom 13. Dezember 2015

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So, ich habe mich entschieden

Wir kennen das. Wir treffen Entscheidungen, jeden Tag. Wir treffen sie im Kleinen, wir treffen sie im Großen. Unser Großes ist aber in der Welt auch nur wieder etwas Kleines, etwas sehr sehr Kleines – das wissen wir; doch für uns, für uns ist es eben groß.
Und dann stehen wir da mit unseren gemachten Entscheidungen und wenn sie groß sind, dann betreffen sie vielleicht nicht nur uns. Und wir stehen da, holen Luft für eine starke Stimme und sagen: SO, ich habe mich entschieden und diese Entscheidung betrifft auch Dich, irgendwo.
Wir stehen da und sprechen es aus, wir hören uns selbst und in genau dem Moment fragen wir uns, ob das die richtige Entscheidung war. Weil es unser Leben verändert und wahrscheinlich auch das der anderen, am meisten aber das von uns. Weil wir hoffen und bangen, weil wir zu oft nach Sternen gegriffen haben, die dann in unseren Händen in kleine Staubfasern zerfielen. Das ist so mit den Sternen, aber ist das auch mit uns so?

Ich stand also da und fragte mich in einem dieser schwachen Momente, ob das das Richtige war. Diese Frage aber macht keinen Sinn, sie ist viel zu oft nicht relevant und lässt der Vergangenheit mehr Macht, als ihr gehören darf. Nein. Die Entscheidung ist getroffen und wir müssen nicht fragen, ob sie richtig war, oder ich. Wir müssen einfach alles dafür tun, dass sie zur Richtigen wird.

vom 4. Dezember 2015

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